Heizlast 24

Heizlastberechnung Software und Tools im Vergleich

Sie können eine Heizlast in fünf Minuten mit einem Online Rechner schätzen oder zwei Tage in einem Profiprogramm wie GEBmax verbringen. Beide Wege haben ihre Berechtigung, nur eben für völlig unterschiedliche Zwecke. Auf dieser Seite vergleichen wir die wichtigsten Tools, von kostenlosen Excel Vorlagen bis zur Profisoftware mit Norm Zertifikat, und sagen klar, welche Lösung für Hausbesitzer reicht und welche der Energieberater wirklich braucht.

Welche Software eignet sich für wen?

Vom Browser Rechner bis zur Profilizenz für 2.000 Euro im Jahr ist alles dabei. Welches Werkzeug das richtige ist, beantworten Sie mit zwei Fragen: Wer rechnet? Und wofür wird die Zahl gebraucht? Die Matrix unten gibt eine erste Orientierung.

Hausbesitzer
Online Rechner oder Excel
Erste Einschätzung, Angebote prüfen
Kostenlos
Heizungsbauer
Herstellersoftware oder Freeware
Angebotsplanung, einfache Normprojekte
0 bis 500 €/Jahr
Energieberater
Profisoftware (GEBmax, Solar-Computer)
Normgerechte Berechnung, Förderanträge
500 bis 2.000 €/Jahr
Planer / Ingenieur
Profisoftware mit CAD Integration
Komplexe Gebäude, Neubauprojekte
1.000 bis 5.000 €/Jahr

Welche Software nutzen Energieberater für die Heizlastberechnung?

Wenn die Berechnung im Förderantrag landet oder eine Wärmepumpe damit dimensioniert wird, kommt nur Profisoftware in Frage. Diese Programme bilden die DIN EN 12831 vollständig ab, dokumentieren prüfungsfest und werden in deutschen Energieberatungsbüros täglich eingesetzt. Drei Vertreter, die sich seit Jahren am Markt halten.

GEBmax

Hottgenroth Software

Ab ca. 600 €/Jahr
Energieberater, Planer

Umfassendes Paket für Energieberater und Planer. Neben der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 umfasst GEBmax auch Erstellung von Energieausweisen, Wärmebrückenberechnung und Sanierungsplanung. In Deutschland sehr weit verbreitet.

DIN EN 12831 vollständig abgebildetIntegrierter EnergieausweisUmfangreiche BauteildatenbankDokumentation für Förderanträge

Solar-Computer

Solar-Computer GmbH

Ab ca. 800 €/Jahr
Ingenieurbüros, Planer

Modulares Berechnungssystem mit starker Verbreitung im Bereich der Ingenieurbüros. Gut integriert mit Heizungs- und Lüftungsplanung. Bietet raumweise Heizlastberechnung mit direkter Übergabe an die Heizkörperauslegung.

Modularer AufbauStarke Integration Heizung/LüftungCAD SchnittstelleRaumweise Aufteilung

Hottgenroth ETU

Hottgenroth Software

Ab ca. 400 €/Jahr
Heizungsfachbetriebe, kleine Büros

Einstiegsvariante der Hottgenroth Produktlinie. Schlanker als GEBmax, aber für die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 geeignet. Für kleinere Büros oder Heizungsfachbetriebe, die normgerechte Berechnungen durchführen wollen.

Einfachere Bedienung als GEBmaxDIN EN 12831 konformGünstigerer EinstiegGute Dokumentationsfunktion

Keine Software nötig: Direkt online berechnen

Für eine erste Einschätzung reicht unser kostenloser Rechner. Ergebnis in unter zwei Minuten, ohne Installation.

Welche kostenlosen Tools gibt es für die Heizlastberechnung?

Wer ohne Lizenzgebühr rechnen möchte, hat vier ernstzunehmende Optionen. Allen ist eines gemeinsam: Sie ersetzen keine normgerechte Berechnung, helfen aber bei der Vorprüfung oder beim Plausibilitätscheck eines Angebots.

Online Rechner (browserbasiert)

Kostenlos

Browserbasierte Tools fragen die wichtigsten Gebäudeparameter ab und liefern einen geschätzten Heizlastwert. Kein Download, keine Installation, sofort nutzbar.

Geeignet: Hausbesitzer, erste Orientierung
Nicht für: Normgerechte Berechnung, Förderanträge

Herstellerspezifische Auslegungstools

Kostenlos

Wärmepumpenhersteller wie Viessmann, Vaillant oder Bosch bieten kostenlose Auslegungstools an. Diese berechnen die benötigte Wärmepumpenleistung auf Basis vereinfachter Gebäudedaten, sind aber natürlich auf die eigenen Produkte zugeschnitten.

Geeignet: Erste Produktauswahl, Gerätevergleich
Nicht für: Unabhängige Planung, Normberechnung

Verbandstools (ZVSHK, VdZ)

Für Mitglieder kostenlos

Fachverbände wie der ZVSHK (Zentralverband Sanitär Heizung Klima) stellen ihren Mitgliedern vereinfachte Berechnungshilfen zur Verfügung. Diese richten sich an Handwerksbetriebe und sind für Mitglieder kostenlos.

Geeignet: Handwerksbetriebe (Mitglieder)
Nicht für: Privatpersonen, normgerechte Planung

Testversionen der Profisoftware

30 bis 90 Tage kostenlos

Anbieter wie Hottgenroth oder Solar-Computer bieten zeitlich begrenzte Testversionen ihrer Profisoftware an. Diese erlauben die vollständige Nutzung für 30 bis 90 Tage und eignen sich zur Evaluierung oder für gelegentliche Einzelprojekte.

Geeignet: Evaluierung, seltene Einzelprojekte
Nicht für: Dauerhafter Einsatz ohne Lizenz

Taugen Excel Vorlagen für eine normgerechte Heizlastberechnung?

Wer Excel ohnehin täglich nutzt, schätzt die Vorlagen. Sie sind transparent, anpassbar und seit Jahren in vielen Energieberatungsforen im Umlauf. Achten Sie beim Download auf die Quelle und prüfen Sie, ob die Vorlage tatsächlich nach DIN EN 12831 rechnet oder eine eigene Faustformel benutzt.

Einfache Überschlagsvorlage

Fläche mal Richtwert, aufgeteilt nach Baujahr und Gebäudetyp. Für erste Einschätzungen geeignet. Kostenlos verfügbar, z.B. über Heizungsforen oder Energieberatungsverbände.

+Sehr einfach zu bedienen

+Kein Fachwissen nötig

+Kostenlos

−Keine Normberechnung

−Keine raumweise Aufteilung

Detaillierte Berechnungsvorlage

Führt durch die Eingabe von U-Werten, Flächen und Temperaturen. Berechnet Transmissions- und Lüftungsverluste getrennt. Näher an der Norm, aber immer noch vereinfacht.

+Bauteilweise Erfassung möglich

+Transparente Berechnung

+Anpassbar

−Fehleranfällig bei falschen Eingaben

−Keine Normzertifizierung

Tipps für die Arbeit mit Excel Vorlagen

  • 1Laden Sie die Vorlage nur von vertrauenswürdigen Quellen (Verbände, bekannte Energieberatungsseiten) herunter.
  • 2Prüfen Sie, ob die Vorlage auf DIN EN 12831 basiert oder eine eigene vereinfachte Methode verwendet.
  • 3Tragen Sie Daten nur in vorgesehene Eingabefelder ein. Formeln in anderen Zellen nicht überschreiben.
  • 4Das Ergebnis einer Excel Vorlage ist eine Schätzung. Für Kaufentscheidungen oder Förderanträge immer einen Fachmann hinzuziehen.

Online Rechner: Vor- und Nachteile

Für die erste Einschätzung gibt es nichts Schnelleres. Drei Minuten, zehn Eingaben, fertige Wattzahl. Ehrlich gesagt: Genau dafür haben wir auch unseren eigenen Rechner gebaut. Wofür Online Tools nicht reichen, lesen Sie in der rechten Spalte.

Vorteile

  • ✓Kein Download, keine Installation
  • ✓Immer aktuell, kein Update nötig
  • ✓Auf jedem Gerät nutzbar
  • ✓Ergebnis in unter 5 Minuten
  • ✓Kostenlos ohne Registrierung
  • ✓Verständliche Schritt für Schritt Führung

Grenzen

  • ✕Keine normgerechte Berechnung
  • ✕Keine raumweise Aufteilung
  • ✕Genauigkeit nur ±20 bis 30 %
  • ✕Nicht für Förderanträge geeignet
  • ✕Kein offizielles Berechnungsprotokoll
  • ✕Keine Einzelbewertung je Bauteil

Alle Optionen kompakt nebeneinander

OptionKostenDIN 12831RaumweiseFörderungFür wen
Online RechnerKostenlosNeinNeinNeinHausbesitzer
Excel Vorlage (einfach)KostenlosNeinNeinNeinHausbesitzer
Excel Vorlage (detailliert)Kostenlos~~NeinFortgeschrittene
HerstellertoolKostenlos~NeinNeinHeizungsbauer
Hottgenroth ETUAb 400 €/JJaJaJa*Fachbetriebe
GEBmax / Solar-ComputerAb 600 €/JJaJaJa*Energieberater

*Förderungsfähig nur wenn der Ersteller auf der dena Expertenliste gelistet ist. Die Software allein reicht nicht.

Worauf sollten Sie bei der Auswahl einer Heizlast Software achten?

Wer als Fachbetrieb oder Energieberater eine Lizenz anschafft, sollte diese sechs Punkte mit dem Hersteller durchgehen, bevor das Geld fließt. Nichts davon ist exotisch, alle Punkte werden in der Praxis aber regelmäßig vergessen.

1

Aktualität der Norm

Die Software muss die aktuell gültige Fassung der DIN EN 12831 inkl. nationalem Anhang abbilden. Fragen Sie beim Hersteller nach, welche Norm Ausgabe implementiert ist und wie Updates geliefert werden.

2

Klimadatenbank

Eine vollständige Klimadatenbank mit Normauslegungstemperaturen für alle deutschen Gemeinden ist Pflicht. Prüfen Sie, ob Ihre Region vollständig abgedeckt ist.

3

Bauteildatenbank

Eine umfangreiche Datenbank mit U-Werten für typische Bauteilaufbauten beschleunigt die Dateneingabe erheblich. Prüfen Sie, ob die Datenbank aktuell und erweiterbar ist.

4

Dokumentationsqualität

Das ausgegebene Berechnungsprotokoll muss für Förderanträge und als Grundlage für den hydraulischen Abgleich geeignet sein. Testen Sie die Ausgabe mit einer Testberechnung.

5

Support und Schulung

Gute Anbieter bieten Schulungsvideos, Handbücher und erreichbaren Support. Besonders bei der Ersteinrichtung und bei Normänderungen ist das wichtig.

6

Schnittstellen und Integration

Wenn Sie die Heizlastberechnung direkt in die Heizkörperauslegung oder Lüftungsplanung übergeben wollen, ist eine nahtlose Integration innerhalb einer Softwarefamilie wertvoll.

Häufige Fragen zu Software und Tools

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Heizlastberechnung.

Professionelle Programme wie GEBmax, Solar-Computer oder Hottgenroth ETU bilden die DIN EN 12831 vollständig ab. Sie führen durch alle Eingaben, prüfen die Normkonformität und erstellen druckfertige Berechnungsberichte. Diese Software wird von Energieberatern und Heizungsplanern eingesetzt.